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Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine für
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Kirche St. Salvator
Rundgang durch die Kirche

Altar: Der barocke Schnitzaltar wurde laut der Inschrift im Jahre 1718 aufgrund einer großzügigen Spende vom Obrist von Ziegenhorn aufgestellt. Der über 8m hohe Altar ist im Stil des Dresdner Barock gestaltet, wobei die ursprüngliche prunkvolle Farbgebung Gold, Weiß, grünliche Marmorimitate heute nicht mehr sichtbar ist. Den zentralen Punkt bildet die Kreuzigungsgruppe mit Christus, Maria und Johannes. Flankiert wird die Figurengruppe von vollplastisch gearbeiteten gewundenen Säulen mit Kompositkapitell und Pilastern mit Fruchtgehängen. Die fast lebensgroßen Engelsfiguren seitlich am Altar scheinen sich in die Lüfte schwingen zu wollen. Das Krönungsgesims bildet die Basis für die Darstellung einer Himmelsszene: Umgeben von Engeln (Putten), Wolken und geflügelten Engelsköpfen sitzt Christus mit dem Kreuz neben Petrus. Ein Putto weist auf die Bibel, ein anderer auf die Tafeln mit den 10 Geboten und ein dritter bläst die Posaune. Durchdrungen wird die Himmelsglorie von Strahlenbündeln. Die Symbolisierung des heiligen Geistes in Gestalt einer Taube bildet den oberen Abschluss. Der Altartisch ist aus Sandstein gemauert, und die Altartüren stammen aus dem Jahr 1862.

Taufstein: Der zehneckige Taufstein im südlichen Teil des Chorraums ist aus rotem Sandstein gearbeitet und besitzt einen gotischen Fuß. Deutlich ist die Zahl 1519 als Entstehungsjahr erkennbar. Eine Besonderheit ist das Loch in der Vertiefung, durch das Taufwasser abfließen konnte.

Kanzel: Der fünfseitige Kanzelkorb am nördlichen Pfeiler des westlichen Gurt-bogens ist (anders als es die Inschrift „1519“) im Jahr 1619 entstanden, während der hintere Teil und die Treppe 1862 neu eingebaut wurden. Die Seitenflächen des Korbs mit Profilen, Ornamenten und Imitationen von Edelsteinen entspre-chen dem Geschmack des beginnenden Barocks. In jede der fünf Seitenflächen ist eine Nische eingearbeitet, in denen Figuren standen. Drei dieser Figuren fehlten bereits bei der Renovierung 1862. Heute noch sichtbar sind Johannes der Täufer (mit Lamm) und eine weitere männliche Figur, die wahrscheinlich Chris-tus als den guten Hirten darstellt.

Gestühl: Ursprünglich waren die Bänke im Kirchenschiff mit Seitenwangen ausge-führt, die wegen des bequemen Zugangs abgesägt wurden. Ebenfalls fehlen heute die Türchen zu den Sitzreihen. Ein originaler Gestühlsrest ist noch in der kleinen Loge östlich der Patronatsloge erhalten.

Grabsteine: Der Fußboden der Kirche ist mit drei stark abgetretenen Grabsteinen belegt, die heute nicht mehr zuzuordnen sind. An der Nordwand ist der Grabstein von Barbara Hake aus dem Jahr 1578 mit einem charakteristischen Gewand und den zum Gebet verschränkten Händen zu sehen. Hinter dem Altar befindet sich an der Wand der Grabstein des Pfarrers Adam Thumling von 1577.

Patronatsloge: Die Patronatsloge zeigt die Bedeutung der Kirche von Tilleda. Im Innern der Loge wurde eine reiche barocke Ornamentmalerei in den Farben schwarz, weiß, rotbraun und ocker gestaltet. Die kassettenartig gegliederte Holzde-cke besaß eine barocke Marmormalerei, und die Armauflage an der Brüstung ist mit rotem Samt bezogen.

Emporen: Die Emporen stammen aus verschiedenen Bauzeiten. Sie sind erweitert, reduziert und umgestaltet wurden: Die erste Süd- und erste Westempore wird um 1564 eingefügt, um 1620 die zweite Süd- und Westempore. Mit dem Orgelein-bau um 1720 wird die zweite Westempore verändert und stärker abgestützt. Die Nordempore erhält erst im 19. Jahrhundert ihre heutige Gestalt. Die Emporen sind nur durch den Turm und einen Eingang an der Südseite zu betreten.

Papenius-Orgel: Im Jahr 1713 erhielt die Kirche eine von dem berühmten Or-gelbauer Johann Georg Papenius aus Nordhausen angefertigte, barock verkleidete mechanische Schleifladenorgel, die 2 Manuale und 18 Register besitzt. Der Einbau des Orgelprospekts erfolgte zeitgleich mit dem Einbau des Altars. Um 1820 baute der Orgelbauer Scheidler aus Bennungen die Orgel teilweise um und erneuerte den Blasebalg. Die Orgel litt lange Zeit unter der schlechten Dachisolierung war seit etwa 1970 nicht mehr spielbar, bis sie 1998 grundlegend saniert wurde. Fast 80% aller Teile sind noch original in der Substanz des Orgelbaus von 1713. Die Orgel gehört damit zu den bedeutendsten Orgeln der gesamten Region.

Glocken: Die Pfarrkirche von Tilleda besaß seit spätestens seit dem 15. Jahr-hundert drei Glocken. Während des 1. Weltkriegs wurden die größte Bronze-glocke aus dem Jahr 1513 und eine kleine Glocke eingeschmolzen. Beide wurden 1929 ersetzt, doch im Januar 1942 wurden sie erneut eingeschmol-zen. Erhalten ist heute nur eine Stahlglocke aus dem Jahr 1891, die im Ton e gestimmt ist. Sie trägt eine Inschrift aus der Weihnachtsgeschichte: „Den Menschen ein Wohlgefallen“ (Lk 2,14).

 


Kirchspiel Rossla-Tilleda - Evangelische Kirche zwischen Kyffhäuser und Südharz
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