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Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine für
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Kirche St. Marien
Kirche St. Marien

Questenberg.Kirche2Die Besonderheit der heutigen Kirche St. Marien in Questenberg liegt im hohen Alter des mittelalterlichen Chores, der wahrscheinlich bereits in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut wurde und der um 1305 urkundlich belegten Pfarrkirche in Questenberg entspricht. Der Chor ist dreiseitig ausgelegt und wird mit einem Triumphbogen abgeschlossen, der die Form eines gedrückten Spitzbogens mit ungebrochener gerade Leibung besitzt und der heute den Chor mit dem Kirchenschiff verbindet. Er ist mit einem scharfgratigen oder Zellengewölbe bedeckt. In der Ostwand des Chores befindet sich ein kleines, im stumpfen Spitzbogen gedecktes Fenster ohne Maßwerk, dass ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert stammt. Die beiden Fenster an der Nord- und Südwand mit Vierpassmaßwerk und gekehlten Pfosten stammen dagegen aus dem 15. Jahrhundert.

 

Questenberg.AltarDer mittelalterliche Chorraum ist im Zuge einer Kirchenerneuerung 1781 durch ein Fachwerkgeschoss überhöht wurden, dass die Kirchenglocken trägt. Die kultur- und kunstgeschichtliche Bedeutung des in der gesamten Region singulär erhaltenen mittelalterlichen Chorraumes ist deshalb in heutiger Zeit nicht mehr von Außen, sondern nur aus dem Innenraum heraus deutlich zu erkennen.

 

 

 

 

Questenberg.InnenraumDas Langhaus der heutigen Kirche wurde 1781 mit Mauern aus Feld- und Bruchsteinen neu errichtet. Dabei wurde der Triumphbogen vermauert und der barocke Kanzelaltar vor den gotischen Chorraum gestellt, der seit dem nur noch als Sakristei diente. Das Langschiff der Kirche von 1781 wurde mit einem hölzernen Tonnengewölbe und Emporen ausgestattet. Im Jahr 1934 wird der barocke Kanzelaltar entfernt und der Triumphbogen wieder geöffnet, so dass der gotische Chorraum wieder seine Bestimmung als Altarraum erhält.


Questenberg.Winterkirche1962 wird das Langhaus der Kirche bei einem Unwetter stark beschädigt und nur provisorisch in der Form umgebaut, wie sie heute zu sehen ist: Die Seitenemporen werden entfernt, eine Flachdecke aus Pressholzplatten, die sich heute aufgrund der Feuchtigkeit stark durchbiegen, wird eingezogen und der Raum unter der Westempore wird als Winterkirche abgetrennt.
Wir sind dankbar, dass im Herbst 2008/Winter 2009 in einem ersten Schritt das vollkommen durchgefaulte Fachwerk über den Chorraum für insgesamt 105.000 € erneuert wurde. Ein zweiter großer Sanierungsschritt konnte dann 2013 mit der Sanierung des Kirchenschiffs abgeschlossen werden - jeweils durch Unterstützung der Gerhard- und Katharina-Hoffmann-Stiftung und Lotto-Toto Sachsen-Anhalt. Erneuerungsbedürftig ist nun noch die Winterkirche.

 
Zerstörung 1962 und Wiederaufbau bis 1966
Das Bild der heutigen Kirche wird wesentlich durch die Ereignisse der sechziger Jahre bestimmt. Im Jahr 1962 wurde die  Kirche wurde durch ein Unwetter mit Blitzeinschlag im zur Ruine. Teile des Dachstuhls und der Emporen waren abgebrannt, ein Teil des Daches in die Kirche gestürzt. Bis dahin war der Kirchenraum mit Doppelempore und dem großen Altar barock geprägt, und auch das Dach hatte seine besondere Form. Nach der Zerstörung von weiten Teilen des Kirchenschiffs wurde versucht, die Kirche notdürftig zu sichern, was nicht gelang. Erst im folgenden Jahr konnte am 12. September 1963 ein erster Bauabschnitt beginnen, der durch die Unterstützung des Gustav-Adolf-Werkes möglich wurde. Das Bauziel bestand darin, alle kirchlichen Räume – Gottesdienstraum, Gemeinderaum, Abstellraum unter ein Dach zu bringen, da auch das damals noch vorhandene Pfarrhaus stark baufällig war. Die eigentliche Erneuerung der Kirche war mühselig und es ging nur langsam voran. Zwar waren nicht nur Baufirmen am Werk, sondern auch viele Freiwillige, die die Unmengen von Schutt und verkohltem Holz heraus schafften. Das alte Dach wurde vollständig abgetragen, ebenso wie ungefähr 1m der oberen Mauerkrone. Da eine barocke Dachkonstruktion nicht wieder vom damaligen Rat des Kreises mit der Begründung des Materialmangels genehmigt wurde, ist das Dach als einfaches Satteldach neu ausgeführt wurden. Die Decke wurde mangels anderer Möglichkeiten mit einfachen Pressspan-Platten verkleidet, die sich in den Folgejahren sehr anfällig gegenüber Feuchtigkeit zeigten. Im hinteren Teil der Kirche wurde dann ein Gemeinderaum abgeteilt und mit einer einfachen Empore überbaut. Eine Besonderheit ist dabei das Mittelfenster des Gemeinderaums hin zum Altarraum, dass den verherrlichten Jesus am Kreuz zeigt. Nach über dreijähriger Bauzeit war es dann im Herbst 1966 möglich, dass der damalige Bischof Jänicke die Kirche wieder neu einweihte.  Dass die Wiederherstellung der Kirche in den sechziger Jahren der DDR gelang, war keine Selbstverständlichkeit, sondern mit viel Einsatz und Kraft aller damals Beteiligten verbunden. Trotz diverser Baumängel aus dieser Zeit wie den fehlenden Ringanker für die Dachkonstruktion hat diese Reperatur der sechziger Jahre überhaupt erst den heutigen Bestand möglich gemacht.
 
Die Kirche vor 1962

questenberg.kirche 1920

Bild der Kirche um 1920: Diese Form des Dachstuhls wurde beim Brand 1962 zerstört.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

questenberg.kirche innen vor 1934

 

 Innenraum der Kirche vor 1934: Der Triumphbogen ist noch mit dem Altar verschlossen, der Chorraum diente als Sakristei. Die Kirchenbänke reichen bis fast kurz vor den Altar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

questenberg.kirche innen2 nach 1934Inneres der Kirche von 1934-1962: Der Chorraum wurde 1934 zum Kirchenschiff hin geöffnet und ein Steinaltar dorthin versetzt. Wahrscheinlich aus Resten der Altarkanzel wird eine neue Kanzel an die an die nördliche Seitenempore angebaut, die heute an der Südwand steht. Über die Reste des Altars gibt es ansonsten keine Angaben. Dieser Innenraum mit Doppelempore wird dann beim Blitzeinschlag und Brand 1962 zerstört.

 

 

 

 


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