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Strobel-Orgel
Geschichte der Orgel

Die zweimanualige Orgel des Orgelbauers Julius Strobel aus Frankenhausen wurde parallel zum Bau der Kirche St. Trinitatis von 1869-1873 in Auftrag gegeben und noch vor der Kirchweih am 17. Sonntag nach Trinititatis 1873 eingebaut, so dass sie im Weihegottesdienst erklang. Sie hat eine typisch romantische Disposition und kann den Kirchenraum klanglich gut füllen. Die einzige größere Restaurierung fand 1978 durch die Mitteldeutsche Orgelbauanstalt A. Voigt, Bad Liebenwerda statt, eine umfassende Reinigung wurde 2001 durch den Orgelbauer Jörg Dutschke durchgeführt.

 
Julius Strobel: Roßlas Orgelbauer

Julius Alexander Strobel
Julius Alexander Strobel wurde am 7. Oktober 1814 in Bösenbrunn geboren. Nach verschiedenen Ausflügen in andere Berufe absolvierte er 1830-32 eine Tischler- oder Schreinerlehre. Im Anschluss daran ging er bei dem damals in Sachsen führenden Orgelbaumeister Johann Gottlob Mende in die Lehre. In den Jahren der Wanderschaft begab er sich zu anderen bedeutenden Orgelbauern: Buckow in Hirschberg (heute Jelenia Gora, Polen), Kreutzbach in Borna und zuletzt zu Johann Friedrich Schulze in Paulinzella (1839-43).
Als er 1843 im Auftrag von Schulze den Umbau der Orgel in Bad Frankenhausen ausführte, ließ e sich anschließend als Selbstständiger dort nieder. 1844 heiratete er Christiane Caroline Therese Emilie Weißenborn, die Tochter des Lehrers und Organisten in Bad Frankenhausen.
Prägend für Strobels Orgelbaustil ist Johann Friedrich Schulze. Er gehörte zu den bedeutendsten Orgelbaupersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Zusammen mit dem Theoretiker Johann Gottlob Töpfer hat er maßgeblich die Entwicklung des mitteldeutschen Orgelbaus gefördert, seien Söhne beeinflusste auch den englischen Orgelbau maßgeblich (die größte erhaltene Schulze-Orgel steht in Doncaster/England). Doch Strobel entwickelte sich weiter und griff neue Entwicklungen im Orgelbau auf, z. B. Barkermaschine, Kollektivtritte, Schweller u.a. Seine erste nachweisbar selbstständige Arbeit ist der Orgelneubau in Wasserthaleben 1845. Zusammen mit seinen Söhnen Reinhold (1846-1915) und Adolph (1857-1922), die er aber 1880 in die Firmenleitung mit aufgenommen hatte, baute er wohl über 100 neue Orgeln und tätigte darüber hinaus etliche Umbauten und Instandsetzungen. Der größte Teil dieser Orgeln wurde im weiten Umkreis von Bad Frankenhausen aufgestellt. Hier schuf er eine einzigartige Orgellandschaft. Mehrere Orgeln konnten aber auch in die Niederlande (z.B. Luther-Kerk in Harlem), nach Südafrika und Ostpreußen geleifert werden. Hauptsächlich waren es kleinere und mittelgroße Orgeln, dass man Strobel jedoch zwei große Orgelneubauten sowie mehrere umfangreiche Umbauten anvertraute, zeugt von dem guten Ruf der Werkstatt. Er gehörte so zu den bedeutendsten Orgelbauern der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Julius Alexander Strobel verstarb am 24. August 1884 in Bad Frankenhausen. Die Firma Strobel und Söhne bestand bis zum ersten Weltkrieg.
Laura Schildmann (Kantorin in Bad Frankenhausen)

 


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